Watt, James

Watt, James
geb.:19.01.1736 in Greenock/Strathclyde
gest.:19.08.1819 in Heathfield/Birmingham

James Watt wurde am 19. Januar 1736 in Greenock/Strathclydc (England) geboren. Er erlernte den Beruf des Feinmechanikers und beschäftigte sich ab 1765 mit der Weiterentwicklung der atmosphärischen Dampfmaschine von Thomas Newcomen (1663 - 1729), bei der die Kondensation des Dampfs noch im Arbeitszylinder erfolgte. Durch das damit verbundene ständige Aufheizen und Abkühlen des Arbeitszylinders waren die Wärmeverluste so groß, dass der Wirkungsgrad der Dampfmaschine unter der wirtschaftlich tragbaren Grenze lag.

Auch führte die »Newcomensche Dampfmaschine« noch keine Drehbewegung aus, da sie ausschließlich zum Antrieb von Pumpen in Bergwerken diente, die in tief gelegenen Flözen Wasser an die Erdoberfläche beförderten. Watt entwickelte eine Maschine, bei der die Dampfkondensation außerhalb des Arbeitszylinders erfolgte und nutzte zur Erzeugung von mechanischen Kräften anstatt des Atmosphärendrucks den Dampfdruck selbst. Mit einem Kurbel- und Schwungrad wandelte er die Hin- und Herbewegung des Kolbens in eine besser nutzbare Drehbewegung um.

1775 gründete James Watt zusammen mit dem Fabrikanten Matthew Boulton eine Dampfmaschinenfabrik in Soho bei Birmingham (England), in der seine Ideen praktisch verwirklicht werden konnten.

In den Jahren 1782 bis 1784 konstruierte Watt die doppeltwirkende Niederdruck-Dampfmaschine, bei der der Dampfdruck abwechselnd von beiden Seiten auf den Kolben wirkte. Für die Dampfmaschine entwickelte er einen Fliehkraftregler, der über die Dampfzufuhr die Umdrehungsfrequenz des Antriebs bei wechselnder Belastung konstant hielt.

Ferner konstruierte er ein Planetengetriebe und das nach ihm benannte Parallelogramm zur Führung der Kolbenstange der Dampfmaschine. Watt hat mit der Erfindung der doppeltwirkenden Niederdruckdampfmaschine der Menschheit die erste sparsame und wirtschaftlich arbeitende Kraftmaschine geschaffen. Mit dieser Dampfmaschine wurden die Leistungen bei der Gewinnung von Naturschätzen, bei der Erzeugung von Gütern und beim Verkehr zu Wasser und zu Lande in einer ungeahnten Weise gesteigert.

Im Jahr 1785 trieb die Dampfmaschine zum ersten Male einen Webstuhl an. Was bisher von Menschenhand bewegt wurde, konnte nun schneller und billiger von einer Maschine ausgeführt werden. Mit der Erfindung der Wattschen Dampfmaschine nahm die industrielle Revolution ihren Anfang. Die Entstehung von Fabriken und die Industrialisierung waren möglich geworden. Bald hatte sich die Dampfmaschine in der Industrie, insbesondere in der Textilindustrie, einen Haupteinsatzort erobert.

Die Dampfmaschine stand in den Fabriken in einem zentralen, abgesonderten Raum. Über Riemen trieb die Maschine die einzelnen Haupttransmissionswellen der Fabrik an, Von den Wellen der Haupttransmission führten weitere Riementriebe zu den einzelnen Arbeitsmaschinen, so dass von der zentralen Dampfmaschine die gesamte Fabrik in Bewegung gesetzt wurde.

Die Verdienste, die sich James Watt als Ingenieur und Erfinder der ersten brauchbaren Dampfmaschine erworben hat, sind der Grund, dass man der Leistungseinheit seinen Namen gab. Auch wenn die Dampfmaschine unter den Antriebsmaschinen heute praktisch bedeutungslos ist, darf das Überwältigende dieser Erfindung in der damaligen Zeit nicht übersehen werden, da man eine brauchbare Antriebsmaschine gefunden hatte, die mehrere Kilowatt an einem beliebigen Ort und zu jeder Zeit leisten konnte.

James Watt starb am 19.August 1819 im 84. Lebensjahr in Heathfield/Birmingham.