Ampère, André Marie

Ampère, André Marie
geb.: 22.01.1775 in Lyon (Frankreich)
gest.: 10.06.1836 in Marseille (Frankreich)

Ampere wurde am 22. Januar 1775 in Lyon als Sohn eines Kaufmannes geboren. Er besuchte nie eine Schule, sondern wurde vom Vater in seinem Haus in Poleymieux bei Lyon unterrichtet. Daneben bildet sich Ampere durch Lesen vieler Bücher der klassischen und zeitgenössischen Literatur weiter. Als der Vater die mathematische Begabung seines Sohnes entdeckte, förderte er diese konsequent.

Mit 12 Jahren studierte Ampere Euler und Bernoulli, mit 18 Jahren die analytische Mechanik von Lagrange. In den Revolutionswirren wird der Vater 1793 hingerichtet, ein erster Schicksalsschlag für Ampere. 1799 heiratet er, 1800 wird sein erster Sohn geboren. lm gleichen Jahr erhält er eine Anstellung als Mathematiklehrer an der Departementschule in Bourg. 1803 stirbt seine Frau, der zweite Schicksalsschlag, der ihn in tiefe Depressionen stürzt. lm gleichen Jahr wird Ampere Professor am Lyzeum in Lyon und 1804 erhält er einen Ruf als Repetitor an die Ecole Polytechnique in Paris. 1808 ernennt Napoleon Ampere zum Generalinspekteur des Unterrichts, ein Amt, das Ampere zeitlebens zu Reisen in ganz Frankreich verpflichtete. 1809 wird Ampere Titularprofessor und 1814 Mitglied der Akademie der Wissenschaften. 1807 hatte Ampere noch einmal geheiratet, die Ehe scheiterte jedoch schon nach zwei Jahren.

Den Höhepunkt seiner Karriere erreicht Ampere 1824 als Professor der Experimentalphysik am College de France. Der Tod erreicht ihn während einer Inspektionsreise in Marseille am 10. Juni 1836. 1869 wird der Leichnam nach Paris überführt und auf dem Montmartre-Friedhof beigesetzt.

Zuerst hatte sich Ampere mit mathematischen Arbeiten befasst, bis ihm 1819 die Entdeckung Oersteds von der Beeinflussung der Magnetnadel durch elektrischen Strom bekannt wird. Er wiederholt Oersteds Versuche und experimentiert weiter mit der Elektrizität.

1820 veröffentlicht er die sogenannte Schwimmerregel und beschreibt die magnetisierende Wirkung des "Solenoids", die etwas später, unabhängig von Ampere, auch von Seebeck angegeben wird. lm gleichen Jahr beschreibt Ampere noch die Kraftwirkung zweier stromdurchflossener Leiter aufeinander und stellt die nach ihm benannte Molekulartheorie des Magnetismus auf. Er erklärt den Magnetismus als elektrische Erscheinung, den Permanentmagneten als Wirkung kleinster Kreisströme, deren Ebenen durch Einwirkung äußerer Ströme gerichtet werden können, den Erdmagnetismus als Wirkung von äquatorial verlaufenden Strömen. Diese Theorie fand starken Widerstand, vor allem durch Seebeck. 1822 konnte Ampere jedoch eine mathematische Grundlage liefern und mit dem nach ihm benannten elektrodynamischen Grundgesetz die Basis für die Elektrodynamik legen.

Dieses Grundgesetz sagt, dass die Wirkung zweier Stromelemente aufeinander dem Quadrat ihres Abstandes umgekehrt proportional ist und je nach ihrer gegenseitigen Lage in einer Anziehung oder Abstoßung besteht. lm gleichen Jahr machte Ampere auch einen Versuch, bei dem er feststellt, dass ein stromdurchflossener Leiter in einem zweiten Leiter durch "Influenz" offenbar einen Strom erzeugt. Er verfolgte dieses Phänomen jedoch nicht weiter, so dass die Induktion erst 1831 durch Faraday entdeckt wurde. Lange Jahre verfolgte Ampere eine Lieblingsidee: eine "Philosophie der Wissenschaften", d.h. eine umfassende Darstellung aller Wissenschaftszweige und deren gegenseitige Beeinflussungen. Dieses Werk blieb jedoch unvollendet. Ampere veröffentlichte jedoch zu seinen Lebzeiten eine Reihe wichtiger wissenschaftlicher Bücher und viele Zeitschriften-Aufsätze.